05.05.26

Ringier mit starkem 2025: Zweitbestes Resultat und Rekord-EBITDA-Marge

  • Operativer Gewinn (EBITDA): Anstieg auf CHF 120.3 Mio. (+1.3% gegenüber Vorjahr)
  • Steigerung der EBITDA-Marge auf Rekord-Niveau: 15.8% (2024: 14.8%)
  • Digitaler EBITDA-Anteil erreicht Höchstwert von 83%
  • Meilenstein: Erfolgreicher Börsengang der Swiss Marketplace Group Holding AG (SMG) im September 2025. Dieser Einmaleffekt ist nicht im operativen Gewinn (EBITDA) enthalten
  • Transformation: Integration von Tech- und KI-Ressourcen direkt in die Geschäftseinheiten Media, Sports Media und Digital Marketplaces

Die Ringier-Gruppe schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit der bisher höchsten EBITDA-Marge ihrer Geschichte ab: 15.8%. Bereits 83% des operativen Gewinns stammen heute aus dem Digitalgeschäft. Parallel zu dieser operativen Rekordmarke unterstreicht der erfolgreiche Börsengang der Swiss Marketplace Group Holding AG (SMG) im September 2025 die enorme Wertsteigerung des digitalen Portfolios: Der strategische Beteiligungsgewinn durch den Verkauf von 10 Prozent der SMG-Aktien ist definitionsgemäss nicht berücksichtigt im operativen Gewinn (EBITDA). Dieser signifikante Einmaleffekt stärkt die Kapitalbasis der Gruppe weiter.

Diese finanzielle Stärke bildet das Fundament für die konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Ringier hat dazu einen langfristig vorbereiteten Umbau abgeschlossen: Technologie, Daten und KI sind nicht mehr als Stabsfunktionen organisiert, sondern fest in die drei Geschäftsbereiche Media, Sports Media und Digital Marketplaces integriert. Mit dieser schlagkräftigen Struktur ist das Unternehmen heute in 19 Ländern tätig.

Wirtschaftliche Performance und Bilanz Stärkung
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds steigerte die Ringier-Gruppe ihr EBITDA auf CHF 120.3 Mio.. Damit erzielte die Ringier-Gruppe das zweitbeste Ergebnis seit zehn Jahren mit Ausnahme von 2021. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf CHF 762.4 Mio. (2024: CHF 800.6 Mio.). Dieser Rückgang resultiert zum allergrössten Teil aus der planmässigen Schliessung des Druckereibetriebs der Swissprinters AG per Ende 2024.

Marc Walder, CEO der Ringier AG: «Im Jahr 2025 hat die Ringier-Gruppe ihre Transformation zu einem technologiegetriebenen Medien- und Marktplatzunternehmen mit Nachdruck fortgesetzt. Das bedeutendste Ereignis war der erfolgreiche Börsengang der Swiss Marketplace Group Holding AG im September 2025, dem grössten IPO in Europa bis zu diesem Zeitpunkt in 2025. Dass wir erneut ein Rekordjahr erzielen konnten, verdanken wir dem unternehmerischen Mut unserer Shareholder, dem Rückhalt des Verwaltungsrates sowie den enormen Anstrengungen und Qualitäten unserer Mitarbeitenden weltweit. Als Unternehmen, das Transformation seit jeher als Teil seiner DNA begreift, stehen wir mit KI am Anfang des vierten Kapitels unserer beinahe 200-jährigen Geschichte. KI verändert, wie wir arbeiten, entscheiden und gestalten. 2025 haben wir den Schritt von der Exploration zur Integration vollzogen. Technologie, Daten und KI sind heute direkt in unsere Geschäftseinheiten eingebettet. Wir begreifen technologischen Fortschritt als grosse Opportunität für unsere Gruppe.»

Zur Unterstützung dieser Strategie hat Ringier seine Tech-Ressourcen dezentralisiert und direkt in die strategischen Unternehmensbereiche Media, Sports Media und Marketplaces integriert. Technologiepartner wie Palantir liefern die Infrastruktur, damit Ringier eine exzellente Datenbasis aufbauen, Komplexität reduzieren und Relevanz in grossem Massstab schaffen kann.

Entwicklung der strategischen Geschäftsbereiche

Digitale Marktplätze
Dass der Arbeitsmarkt stagniert oder gar leicht rückläufig ist, bekamen vor allem unsere Jobplattformen in der Schweiz, Österreich, Ungarn, Rumänien und den baltischen Staaten zu spüren. Die Immobilienplattformen wiederum entwickelten sich stabil. Das dominierende Ereignis des Jahres war der erfolgreiche Börsengang der SMG im September 2025, an der Ringier weiterhin mit rund 20 Prozent beteiligt ist.

Media
In den internationalen Märkten sticht Ringier Serbia mit seiner 14 Jahre anhaltenden Marktführerschaft von Blic.rs (168 Monate in Folge) hervor. In Polen festigte unser Ringier Axel Springer Joint Venture seine Marktführerposition durch die Einführung von «Onet Czat z AI» in Partnerschaft mit OpenAI und erreichte als vertrauenswürdigste Newsplattform Polens Rekordreichweiten. Die Slowakei meldete mit Aktuality.sk erstmals digitale Abo-Umsätze von einer Million Euro, während das automatisierte Azet Magazin einen unmittelbaren Reichweitensprung von 700’000 Nutzerinnen und Nutzern verzeichnete. Die afrikanische Pulse-Gruppe erreichte mit ihrem Angebot über 70 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. In einer Welt der KI-gestützten Aggregation setzt Ringier bei allen Medienmarken und -angeboten weiterhin auf Glaubwürdigkeit und Kontext. Die Portfolio-Schärfung im Media Bereich wurde durch den Verkauf der ungarischen Mediensparte vorangetrieben.

Sports Media
Die Ringier Sports Media Group (RSMG) baute ihr internationales Geschäft 2025 weiter aus. In Portugal führte A Bola zum 80. Jubiläum einen KI-gestützten Newsroom ein. In Bulgarien agiert Sportal.bg als offizieller Euroleague-Basketball-Partner. In der Slowakei produziert Sport.sk monatlich über 3’700 Inhalte auf Basis des Sportal365-CMS. In Rumänien wurde GSP durch eine Rechte-Partnerschaft zur Anlaufstelle für Video-Highlights der nationalen Fussball-Superliga. In der Schweiz gründete RSMG gemeinsam mit dem Olympia-Verlag, Inhaber der reichweitenstärksten deutschen Sportmedienmarke kicker, das Joint Venture RSMG kicker Schweiz AG.

Ringier in der Schweiz
Ringier Medien Schweiz (RMS) erreicht täglich 1.4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und erzielt 11.4 Millionen Pageviews pro Tag. Zum Portfolio gehören 20 der reichweitenstärksten Magazin- und Zeitschriftentitel der Schweiz wie Blick, Bilanz, Schweizer Illustrierte, LandLiebe, GlücksPost. Die Printmedien erreichen täglich 2.8 Millionen Leserinnen und Leser. Digital zählt RMS rund 40’000 Abonnenten, davon über 30’000 bei Blick+. Blick ist die Nummer Eins unter den Schweizer Newsmarken auf allen gängigen Social Media-Plattformen. Technisch wurde das neue «ring»-CMS ausgerollt; in Partnerschaft mit Google laufen Pilotprojekte wie «Frag Blick» und der Beobachter-Rechts-Chatbot. Über 13’000 Screens via Livesystems erweitern die Sichtbarkeit der RMS-Medienmarken. Der TV-Vermarktungsvertrag zwischen SRG und Admeira wurde bis 2028 verlängert.

Das Joint Venture von Ringier und CTS Eventim, Ticketcorner, verkaufte 2025 insgesamt 12.7 Millionen Tickets für fast 21’000 Veranstaltungen – ein neuer Allzeitrekord, trotz eines Rückgangs der Festivalbesucher um 4.2%.

In einem abgekühlten Schweizer Arbeitsmarkt agierte JobCloud, das Ringier gemeinsam mit der TX Group betreibt, weiterhin als die Nummer Eins unter den Jobportalen mit 5.5 Millionen eingereichten Bewerbungen und 750’000 neu registrierten Profilen.

Slavs and Tatars gestalten den 29. Ringier-Kunst-Jahresbericht
Seit 1997 wird der Ringier Jahresbericht von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet, deren Werke Teil der Ringier Sammlung sind. Die Reihe wurde von Michael Ringier und Beatrix Ruf initiiert, mit dem Ziel, Kunst nicht als Beiwerk, sondern als eigenständige Haltung zu verankern. Das künstlerische Konzept für den Jahresbericht 2025 wurde von Slavs and Tatars entwickelt. Ihr Projekt Simurgh Self-Help ersetzt den Adler – Symbol für Macht und Autorität – durch den Simurgh, einen mythischen Vogel aus dem turko-persischen Kulturraum: transnational, mehrdeutig, gender-fluid. Die Frage dahinter: Wessen Symbole nutzen wir – und was verraten sie? Slavs and Tatars arbeiten mit Witz und Eigensinn, zwischen Hochkultur und Pop, Forschung und Erzählung. Für Ringier ist das keine abstrakte Kunstfrage. Auch Journalismus verhandelt täglich, wessen Perspektiven zählen.

Michael Ringier, Verleger und Verwaltungsratspräsident: «Slavs and Tatars sind Seelenverwandte der Journalisten: Sie arbeiten mit Sprache, recherchieren interkulturell und suchen das Verbindende, während das Internet vor allem das Trennende fördert. Wir müssen unser Handwerk nicht vergessen: Fakten statt Meinung, Recherche statt Vorurteile. Und vielleicht hilft dabei die Kurt Tucholsky zugeschriebene Aussage: Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte recht haben.»