Am digitalswitzerland-Event zum Thema «Towards effective AI governance: Global perspectives and Switzerland’s approach» während des World Economic Forums, hat Ringier einen Ansatz zur KI-Governance vorgestellt. Als erste Branche präsentiert die Medienbranche einen Vorschlag, wie die Ratifizierung der KI-Konvention des Europarats praxisnah und effektiv angegangen werden kann.
Die CEO von Ringier Medien Schweiz und Vizepräsidentin des Verbands Schweizer Medien (VSM), Ladina Heimgartner, vertrat die Branche in der hochkarätig besetzten Runde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Diskussion über einen Schweizer Weg zur Umsetzung der KI-Konvention des Europarats: Statt eines umfassenden, horizontalen Regelwerks solle die Schweiz auf einen hybriden Ansatz setzen, so der Vorschlag.
Gesetzlich verankerte Vorgaben greifen dort, wo Grundrechte betroffen sind. In allen anderen Bereichen sollen freiwillige, sektorspezifische Selbstregulierungsinstrumente zum Einsatz kommen, die von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam entwickelt werden.
Gemeinsam mit Prof. Effy Vayena (ETH Zürich) präsentierte Ladina Heimgartner in ihren jeweiligen Impulsreferaten eine KI-Kodex-Skizze für die Schweizer Medienbranche und diskutierten den Vorschlag anlässlich eines Panel mit Erkki Keldo, Wirtschaftsminister Estlands, Bernard Maissen, Direktor des BAKOM, und Prof. Effy Vayena unter der Moderation von Andreas Meyer, Präsident von digitalswitzerland,
Die KI-Kodex-Skizze für die Medienbranche adressiert gezielt jene Risiken, die für Medienunternehmen besonders relevant sind: den Umgang mit synthetischen Inhalten und Deepfakes, algorithmische Personalisierung, automatisierte Moderation von Nutzerinhalten sowie KI-gestützte Werbung. Er übersetzt die KI-Konvention des Europarats in konkrete, praxisnahe Leitplanken für den gesamten KI-Lebenszyklus von der Recherche über Produktion und Distribution bis zur Vermarktung.
Als lernendes Instrument setzt die Kodex-Skizze auf Transparenz, klare Prozesse und kontinuierliche Weiterentwicklung. Ein Meldemechanismus sowie ein jährlicher Bericht sorgen für Nachvollziehbarkeit und Verbindlichkeit.
Ladina Heimgartner: «Bereits heute sind rund 60 Prozent aller Videoinhalte auf den Sozialen Medien mit Hilfe von KI generiert, 20-40 Prozent vollkommen synthetisch.Man merkt es längst nicht mehr mit blossem Auge. Ein starker, praxisnaher KI-Kodex für die Medien unterstreicht die Verantwortung, die professionelle Medien im Sinn der Transparenz gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen. Wir wollen Innovation, aber auf verantwortungsvolle Weise.»
In der Diskussion wurde deutlich: Die Risiken und Anforderungen an KI unterscheiden sich je nach Branche fundamental. Während es in anderen Industrien um physische Sicherheit geht, stehen in den Medien Vertrauen, Glaubwürdigkeit, demokratische Meinungsbildung und der Schutz der Grundrechte im Zentrum. Sektorspezifische Lösungen ermöglichen deshalb präzisere und wirksamere Regulierung als starre One-size-fits-all-Modelle.
Mit dem skizzierten Medien-KI-Kodex zeigte Ladina Heimgartner auf, dass verantwortungsvolle Selbstregulierung pragmatisch, wirkungsvoll und innovationsfreundlich funktionieren kann. Sie unterstrich jedoch auch, dass die KI-Konvention zwar die Menschen vor KI-Missbrauch schützt, nicht aber die journalistischen Inhalte. Die Schliessung urheberrechtlicher Lücken rund um KI muss mit demselben Nachdruck vorangetrieben werden. Der medienspezifische KI-Kodex könne als Referenzmodell auch für andere Branchen dienen und unterstreicht den Anspruch der Schweiz, international eine führende Rolle in der praktischen KI-Governance einzunehmen, nicht zuletzt mit Blick auf den AI Summit, der 2027 in Genf stattfinden soll.
Über Ringier
Ringier ist ein führendes europäisches Medienunternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz und einer über 190-jährigen Tradition. Mit rund 6000 Mitarbeitenden betreibt die Gruppe über 130 Gesellschaften in 19 europäischen und afrikanischen Ländern. Das Ringier-Portfolio umfasst drei Hauptgeschäftsbereiche: führende Medienmarken, Sports Media Plattformen und digitale Marktplätze. Mit einem digitalen EBITDA-Anteil von 82 Prozent zählt Ringier zu den führenden Medienunternehmen Europas. Die Unternehmensgruppe befindet sich bis heute mehrheitlich in Familienbesitz. Zu den bekanntesten Medienmarken zählen Blick, Bilanz, LandLiebe, L’illustré und Schweizer Illustrierte in der Schweiz, Blic in Serbien, Aktuality in der Slowakei und Onet, Fakt, Forbes und Business Insider in Polen. Im Bereich Sports Media ist Ringier mit Plattformen wie A Bola in Portugal, GSP.ro in Rumänien, sportal.bg in Bulgarien und Sportal.rs in Serbien präsent. Die digitalen Marktplätze werden von Flaggschiffen wie JobCloud und SMG Swiss Marketplace Group in der Schweiz sowie eJobs und imobiliare in Rumänien, CV Keskus in den baltischen Staaten und Profession in Ungarn angeführt.