Sie haben Mut bewiesen und werden nun für ihren Tatendrang belohnt: Ab sofort stehen die fünf Nominierten des Beobachter Prix Courage 2026 zur Publikumswahl. Im Online-Voting können bis zum 11. Oktober jeweils drei Favoriten bestimmt werden, die dann der Jury zur finalen Prämierung vorgelegt werden.
Diese mutigen Menschen sind nominiert:
Saskia Leber – Sie kämpft dafür, dass sich Opfer nicht rechtfertigen müssen
Nachdem Saskia Leber sexualisierte Gewalt und Stalking erlebte, wandte sie sich an das kantonale Bedrohungsmanagement. Doch die Behörden blieben passiv – obwohl der Täter einschlägig bekannt war. Saskia Leber schaltete die Ombudsstelle ein, zog vor das Appellationsgericht und erkämpfte einen Teilerfolg. Sie fordert, dass Opfer nicht länger um Anerkennung kämpfen müssen.
Manuela Eggli – Sie erkämpfte vor Gericht mehr Transparenz und Verantwortung in der Medizin
Nach jahrelangen Schmerzen durch ein zerbröseltes Rückenimplantat deckte Manuela Eggli auf, dass ein renommierter Berner Chirurg von Warnungen des Herstellers gewusst hatte, aber untätig blieb. Durch ihren Mut gelangte der Fall an die Öffentlichkeit und führte zur Verurteilung des Spezialisten.
Lea Blattner – Sie kämpft gegen Hass und Tabus
Nach Jahren des Doppellebens und einer Konversionstherapie in freikirchlichen Kreisen outete sich die ehemalige Co-Präsidentin der Jungen EVP öffentlich als lesbisch. Trotz Anfeindungen, Hasswellen und Morddrohungen steht sie unerschrocken für Selbstbestimmung ein und gibt Betroffenen eine Stimme.
André Wyss – Er rettete zwei Touristen vor dem Ertrinken
Als zwei Männer auf dem zugefrorenen Burgseeli im Eis einbrachen, zögerte André Wyss keine Sekunde – und das, obwohl er selbst kein guter Schwimmer ist. Er informierte die Rettungskräfte und zog die Verunglückten mit Kabeln eigenhändig aus dem eiskalten Wasser.
Agnes, Faye, Nathi, Alisha und Franny – Sie gehen gegen Deepfakes vor
Fünf Influencerinnen setzen ein Zeichen gegen KI-generierten Missbrauch. Nachdem gefälschte, pornografische Bilder von ihnen im Netz aufgetaucht waren, erstatteten sie trotz geringer Erfolgsaussichten Anzeige und gingen an die Öffentlichkeit, um schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt zu fordern.
Beobachter-Chefredaktor Dominique Strebel: «Seit 30 Jahren zeigt der Prix Courage, wie unverzichtbar Zivilcourage für unsere Gesellschaft ist. Auch die diesjährigen Nominierten haben nicht weggeschaut, sondern Verantwortung übernommen und in den unterschiedlichsten Situationen Mut bewiesen. Ihr Einsatz zeigt, dass Menschen durch ihr couragiertes Handeln einen echten Unterschied machen können.»
30 Jahre Auszeichnung für Zivilcourage
Seit drei Jahrzehnten würdigt der Beobachter Prix Courage aussergewöhnliche Menschen, die hinschauen statt wegschauen. Das Publikums-Voting der Jubiläumsausgabe läuft vom 2. Oktober bis zum 11. Oktober 2026. Anschliessend entscheidet die Jury unter dem Präsidium von alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf über die Siegerin oder den Sieger. Die feierliche Preisverleihung findet am 3. November 2026 in Zürich statt. Der Prix Courage ist mit 15’000 Franken dotiert. Und: Zur Feier des 30. Beobachter Prix Courage wird dieses Jahr zusätzlich auch ein Spezialpreis verliehen.