{"id":2648,"date":"2014-06-30T18:10:02","date_gmt":"2014-06-30T16:10:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ringier.com\/?post_type=interview&#038;p=2648"},"modified":"2021-09-07T17:28:30","modified_gmt":"2021-09-07T15:28:30","slug":"der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente","status":"publish","type":"interview","link":"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/","title":{"rendered":"\u00abDer Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-verse\"><strong>\u00abRobin Lingg ist ein Why-notter!\u00bb<\/strong>\r\nMarc Walder, CEO Ringier AG<\/pre>\n\n\n\n<p>Die Schweiz hat&#8217;s nicht leicht: Das Bankgeheimnis tr\u00e4gt nicht mehr, das Gesch\u00e4ftsmodell als Steuersparparadies ebenso wenig. Dazu kommt der Imageschaden um Volksabstimmungen zu Minarett-Verboten und Zuwanderung. Und nun liest den Eidgenossen auch noch einer ihrer prominentesten Landsleute die Leviten: Marc Walder, Vorstandschef des auch in Deutschland aktiven\u00a0Verlagshauses Ringier (Cicero, Monopol, Blick).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-herr-walder-sind-die-schweizer-noch-zu-retten-die-schweizer-oder-die-schweiz\"><strong>Herr Walder, sind die Schweizer noch zu retten? Die Schweizer oder die Schweiz?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie da Unterschiede machen, ist es schon verd\u00e4chtig. Die Schweiz ist in einer diffizilen Situation. Zum einen der immense Druck aus dem Ausland auf das Bankensystem. Zum anderen die innenpolitische Debatte rund um das Verh\u00e4ltnis zur EU. Die Behauptung, mehr Kooperation mit der Europ\u00e4ischen Union w\u00fcrde der Schweiz schaden, ist sicherlich falsch. Insofern w\u00e4re eine isolationistische Tendenz gef\u00e4hrlich. Die Schweiz ist bislang gut gefahren mit der Anbindung an die EU. 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entfallen auf Exporte in die EU. Da ist ein geregeltes, bilaterales Vertragswerk sinnvoll.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-isolation-oder-anbindung-was-raten-sie-ihren-landsleuten\"><strong>Isolation oder Anbindung &#8211; was raten Sie Ihren Landsleuten?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den Weg einer engen Kooperation mit der EU zu gehen. Das heisst aber auch, die Unterschiede im Land zu verstehen, zu respektieren und anzuerkennen. Die Schweiz ist in Genf oder Z\u00fcrich eine andere als in Herisau oder Gmyres. Hier diese enorm multikulturelle, global agierende und stark gesch\u00e4ftsgetriebene Comunity. Dort eine weiterhin sehr l\u00e4ndliche Schweiz, weniger weltoffen, besitzstandswahrend, vielleicht sich verschliessend gar. Das Besondere daran: all dies innerhalb von ein, zwei Stunden Autofahrt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-helfen-diese-extreme-oder-k-nnen-sie-irgendwann-zu-zerreissproben-f-hren\"><strong>Helfen diese Extreme? Oder k\u00f6nnen sie irgendwann zu Zerreissproben f\u00fchren?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Schweiz, franz\u00f6sische Schweiz, italienische Schweiz &#8211; st\u00e4dtische Schweiz, l\u00e4ndliche Schweiz. Aber auch reiche und arme Schweiz &#8211; die Gegens\u00e4tze auf engem Raum sind gross. Letztlich sind sie auch typisch f\u00fcr den Schweizer F\u00f6deralismus. Die direkte Demokratie scheint mir ein effektiver Garant f\u00fcr den Ausgleich zwischen den Unterschieden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-das-problem-des-landes-ist-auch-ein-finanzielles-ihrem-land-kommt-gerade-sein-gesch-ftsmodell-abhanden\"><strong>Das Problem des Landes ist auch ein finanzielles: Ihrem Land kommt gerade sein Gesch\u00e4ftsmodell abhanden&#8230;\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>. . . als sogenanntes Steuerparadies, ja. Schauen Sie sich den Vergleich an, den die Credit Suisse mit den US-Beh\u00f6rden schliessen musste. Eine Zahlungvon 2,5 Milliarden Schweizer Franken ist schmerzhaft. UBS-Chef Sergio Ermotti meinte bei einem Essen: Die Schweiz ist mit Schwarzgeld reich geworden &#8211; wenn jeder, der damit viel Geld verdient hat, nun einen Schwarzen Peter bek\u00e4me, dann w\u00e4re die Bahnhofstrasse in Z\u00fcrich voll davon.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-und-das-von-einem-der-wichtigsten-banker-ihres-landes\"><strong>Und das von einem der wichtigsten Banker Ihres Landes!\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer realistisch ist, sieht: Das bisherige &#8211; oder wollen wir sagen: ehemalige &#8211; Gesch\u00e4ftsmodell samt Bankgeheimnis war auf Dauer nicht in Einklang zu bringen mit den Interessen der Herkunftsl\u00e4nder, aus denen das hier gebunkerte Geld stammte. Unsere Banken m\u00fcssen sich damit abfinden, dass es damit zu Ende ist. Und ich denke, sie haben sich bereits damit abgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-finden-sie-die-strafen-bertrieben\"><strong>Finden Sie die Strafen \u00fcbertrieben?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind eine logische Konsequenz: SchwacheVerhandlungspositionen ergeben immer schlechte Resultate.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-f-llt-es-jedem-eidgenossen-leicht-das-einzusehen\"><strong>F\u00e4llt es jedem Eidgenossen leicht das einzusehen?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt sicher noch einige Widerst\u00e4nde &#8211; und wohl auch eine gewisse Ignoranz. Obwohl wir \u00fcber Praktiken reden, die allenfalls bis 2009 aufrechterhalten wurden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-sie-meinen-steuertricks\"><strong>Sie meinen Steuertricks.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls m\u00fcssen alle durch dieses Nadel\u00f6hr der Aufarbeitung. Das ist schmerzhaft. Psychologisch. Und vor allem finanziell.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-was-kann-das-k-nftige-gesch-ftsmodell-der-schweiz-werden\"><strong>Was kann das k\u00fcnftige Gesch\u00e4ftsmodell der Schweiz werden?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente: Servicequalit\u00e4t, Sorgfalt, Stabilit\u00e4t, politische Sicherheit, Verl\u00e4sslichkeit, Qualit\u00e4t. Vielleicht gar Innovation. Alles Werte also, die f\u00fcr dieses Land und seine Institute stehen. Den Banken geht es ein wenig wie den Medien: \u00c4ussere Umst\u00e4ndc zwingen zu radikalem Umdenken. Bei den Medien war es die Digitalisierung. Und auch bei den Banken geht es nun um Effizienzsteigerung und Konsolidierung.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-was-k-nnte-die-eidgen-ssische-finanzszenevon-ihnen-lernen\"><strong>Was k\u00f6nnte die eidgen\u00f6ssische Finanzszenevon Ihnen lernen?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass man anfangen muss, sehr schnell zu rennen. Und zwar viel fr\u00fcher, als man es je gedacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-peer-steinbr-ck-wollte-als-bundesfinanzminister-die-kavallerie-in-die-schweiz-schicken-wie-hat-sich-das-verh-ltnis-ihrer-landsleute-zu-deutschland-ver-ndert-in-den-vergangenen-jahren\"><strong>Peer Steinbr\u00fcck wollte als Bundesfinanzminister die Kavallerie in die Schweiz schicken. Wie hat sich das Verh\u00e4ltnis Ihrer Landsleute zu Deutschland ver\u00e4ndert in den vergangenen Jahren?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Frau ist Deutsche. Wir diskutieren das Thema der Deutschen in der Schweiz regelm\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-auch-laut\"><strong>Auch laut?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, nein. Es gibt diesen Mythos des nicht willkommenen Deutschen in der Schweiz. Angeblich sind sie den Schweizern zu direkt, zu forsch, zu laut, zu dominant. Ein Klischee, basierend auf der Tatsache, dass es selbstverst\u00e4ndlich Deutsche gibt, die zu forsch, zu laut und zu dominant sind. Dies gepaart mit der Tatsache, dass mehr Deutsche in die Schweiz auswandern als in irgendein anderes Land, lanciert diese Debatte immer wieder neu. Aber wissen Sie, was ich regelm\u00e4ssig erlebe? Diejenigen, die sich beim B\u00e4cker und beim Metzger \u00fcber die vielen Deutschen aufregen, das sind vor allem andere Deutsche.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-zuletzt-hat-sich-die-mehrheit-der-eidgenossen-daf-r-ausgesprochen-den-zuzug-zu-begrenzen\"><strong>Zuletzt hat sich die Mehrheit der Eidgenossen daf\u00fcr ausgesprochen, den Zuzug zu begrenzen.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Einwanderungsinitiative wurde sehr knapp angenommen. Europa hat dies &#8211; zu Recht &#8211; kritisch kommentiert. Was niemand erw\u00e4hnt hat &#8211; in vielen unserer Nachbarl\u00e4ndern h\u00e4tte eine solche Initiative ebenfalls Mehrheiten gefunden. Und vergessen Sie nicht, dass unsere Zuwanderungsrate wirklich sehr hoch ist, der Ausl\u00e4nderanteil mit 23 Prozent ist h\u00f6her als in allen EU-L\u00e4ndem, Luxemburg ausgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-n-chstes-jahr-soll-ber-ein-noch-sch-rferes-einwanderungsrecht-abgestimmt-werden-vielleicht-will-die-schweiz-sich-ja-doch-abschotten\"><strong>N\u00e4chstes Jahr soll \u00fcber ein noch sch\u00e4rferes Einwanderungsrecht abgestimmt werden. Vielleicht will die Schweiz sich ja doch abschotten.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema bewegt ganz Europa. Der Unterschiedder Schweiz ist deren direkte Dcmokratie. Doch dasVolk entscheidet meist weise. In den vergangenen hundert Jahren wurden gerade einmal 20 Volksinitiativen angenommen, ein Bruchteil der Eingaben.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-zuletzt-stimmten-die-schweizer-allen-ernstes-ab-einen-mindestlohnvon-umgerechnet-18-50-euro-einzuf-hren\"><strong>Zuletzt stimmten die Schweizer allen Ernstes ab, einen Mindestlohnvon umgerechnet 18,50 Euro einzuf\u00fchren&#8230;\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230; und lehnten die Idee am Ende mit wuchtiger Mehrheit ab. Daran erkennen wir, wie sorgf\u00e4ltig und gesamtgesellschaftlich orientiert Schweizerinnen und Schweizer in der Regel ihr Wahlrecht nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-was-ist-der-schweizer-f-r-ein-mensch\"><strong>Was ist der Schweizer f\u00fcr ein Mensch?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besitzstandswahrend, tendenziell eher konservativ, verl\u00e4sslich, integer, eher vorsichtig, ordentlich.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-sind-sie-ein-typischer-eidgenosse\"><strong>Sind Sie ein typischer Eidgenosse?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Frau behauptet:ja. Ich selbst halte mich f\u00fcr weltoffener und risikofreudiger als der sogenannte typische Schweizer.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-wie-dr-ckt-sich-ihre-risikofreude-aus\"><strong>Wie dr\u00fcckt sich Ihre Risikofreude aus?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beispielsweise in meiner Arbeit. Ringier ist ein Medienhaus mit einer 180-j\u00e4hrigen Historie und 7500 Besch\u00e4ftigten in 14 L\u00e4ndem. Bis vor f\u00fcnf, sechs Jahren haben wir haupts\u00e4chlich Druckereien gef\u00fchrt sowie Zeitschriften und Zeitungen produziert. Seither haben wir rund 1,4 Milliarden Franken in die Transformation unseres Gesch\u00e4fts investiert, teils in komplett neue Felder. F\u00fcr eine Grossbank w\u00e4re dies nicht viel, f\u00fcr uns als mittelst\u00e4ndisches Familienunternehmen aber durchaus. Dazu braucht es eine gewisse Risiko-Bereitschaft im Management &#8211; sowie vor allem in der Eigent\u00fcmerfamilie, also bei Michael Ringier und seinen beiden Schwestern.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-fr-her-wollte-ringier-alles-selber-machen-heute-kaufen-sie-andere-firmen\"><strong>Fr\u00fcher wollte Ringier alles selber machen, heute kaufen Sie andere Firmen.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine hochphilosophische Debatte, warum etablierte Unternehmen es beinahe nie schaffen, Neues zu erfinden. Und warum das Neue oftvon Start-ups und aus Garagen kommt. Gerade im digitalen Sektor. Auch wir sind mit manchen eigenen digitalen Projekten grandios gescheitert. Ich spitze das nun zu: Lieber geben wir heute 150 Millionen f\u00fcr ein bereits vorhandenes, bew\u00e4hrtes Gesch\u00e4ftsmodell aus, an das wir glauben, als dass wir selbst etwas ganz Neues aufdie Beine stellen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-was-kommt-als-n-chstes\"><strong>Was kommt als N\u00e4chstes?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir dachten bislang immer: Naja, n\u00e4chstes Jahr wird es dann ruhiger. Doch das wird es nicht in der Medienindustrie. Der Rhythmus, sich anzupassen an das Neue wird atemberaubend hoch bleiben. Doch nicht immer kaufen wir. In Afrika gr\u00fcnden wir gerade. Und bauen tats\u00e4chlich auf.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-ein-extremer-markt-mit-vielen-armen-kunden\"><strong>Ein extremer Markt mit vielen armen Kunden&#8230;\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Aber auch eine gigantische unternehmerische Chance. Wir sind zurzeit in Kenia, Nigeria, Senegal und Ghana &#8211; mit acht Internet-Plattformen. Von denen sind f\u00fcnf bereits Marktf\u00fchrer in ihren Bereichen. Bei mobilen Bezahlsystemen beispielsweise ist man dort vielerorts gar weiter als in Europa. Afrika hat die digitale Entwicklungsstufe PC\/Laptop einfach \u00fcbersprungen. In ein, zwei Jahren werden wir in sieben oder acht L\u00e4ndern vertreten sein.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-verdient-man-dort-schon-geld\"><strong>Verdient man dort schon Geld?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, aber vor 20 Jahren haben auchviele \u00fcber uns gelacht, alswir mit einem Koffer Bargeld nach Osteuropa gefahren sind, um dort Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen. Heute sind wir Marktf\u00fchrer in vielen L\u00e4ndern. Das Gesch\u00e4ft, das wir dort gemeinsam mit Axel Springer f\u00fchren, hat sich wunderbar entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-das-afrika-gesch-ft-wird-von-robin-lingg-dem-neffen-von-michael-ringier-gef-hrt-wird-er-sein-nachfolger-an-der-spitze-des-konzerns-wenn-er-s-schafft\"><strong>Das Afrika-Gesch\u00e4ft wird von Robin Lingg, dem Neffen von Michael Ringier, gef\u00fchrt. Wird er sein Nachfolger an der Spitze des Konzerns, wenn er&#8217;s schafft?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Gesch\u00e4ftsfelder unter dem Ringier- Dach sind hart &#8211; Publishing, e-Commerce, Radio, Ticketing. Aber keines ist h\u00e4rter, als Afrika aufzubauen. Robin Lingg macht das. Andere w\u00fcrden an seiner Stelle ihr Golf-Handicap verbessern. Er aber reist unerm\u00fcdlich nach Accra, Lagos, Nairobi oder Dakkar &#8211; und baut Internet-Companies auf. Grossartig! Es gibt ja zwei Artenvon Managern: die Warumnicht-Typen und dieja-aber-Vertreter. Vor Letzteren sollten Sie \u00fcbrigens davonrennen. Robin Lingg ist ein Why-notter!<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-das-verlagsgesch-ft-ist-nur-noch-eine-von-drei-s-ulen-bei-ringier-die-anderen-beiden-sind-entertainment-und-digitales-wieviel-unabh-ngigkeit-bleibt-den-ringier-journalisten-da\"><strong>Das Verlagsgesch\u00e4ft ist nur noch eine von drei S\u00e4ulen bei Ringier. Die anderen beiden sind Entertainment und Digitales. Wieviel Unabh\u00e4ngigkeit bleibt den Ringier-Journalisten da?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen journalistischer Unabh\u00e4ngigkeit und der Bedeutung von Werbepartnern gab es immer und wird es immer geben. Das m\u00fcssen beide Seiten aushalten. Im Alltagsgesch\u00e4ft spielt das keine Rolle, die Trennlinien sind klar.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-sie-haben-auch-stars-unter-vertrag\"><strong>Sie haben auch Stars unter Vertrag&#8230;\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230; ja, in einer der Tochterfirmen. Aber das bedeutet nicht, dass die von unseren Redaktionen nur gelobt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-wenn-sie-ein-konzert-der-rolling-stones-organisieren-und-am-ticketverkauf-mitverdienen-darf-ihr-musikkritiker-das-konzert-kaum-schlecht-finden\"><strong>Wenn Sie ein Konzert der Rolling Stones organisieren und am Ticketverkauf mitverdienen, darf Ihr Musikkritiker das Konzert kaum schlecht finden.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stones in Z\u00fcrich waren grossartig. W\u00e4ren sie das nicht gewesen, h\u00e4tten der \u00abBlick\u00bb oder die \u00abSchweizer Illustrierte\u00bb das auch geschrieben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-welche-zukunft-hat-das-print-gesch-ft-generell\"><strong>Welche Zukunft hat das Print-Gesch\u00e4ft generell?\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt jedenfalls immer wieder Belege daf\u00fcr, dass es noch lange nicht so erledigt ist, wie manche Apologeten behaupten. Gerade habenwir die franz\u00f6sischsprachige Qualit\u00e4tszeitung \u00abLe Temps\u00bb gekauft. Oder schauen Sie sich den Erfolg unseres Magazins \u00abLandliebe\u00bb an&#8230;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-das-schon-sehr-vom-deutschen-vorbild-landlust-inspiriert-ist\"><strong>&#8230; das schon sehr vom deutschen Vorbild \u00abLandlust\u00bbinspiriert ist.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten lange mit dem \u00abLandlust\u00bb-Gr\u00fcnder verhandelt und wurden uns am Ende wegen einiger Details nicht einig. Dann sagte ich zu ihm: \u00abJetzt machen wir einfach das Gleiche!\u00bb Er w\u00fcnschte viel Gl\u00fcck &#8211; das wir dann auch hatten. Am Ende wird es f\u00fcr unsere Branche nicht um die Frage \u00abanalog oder digital?\u00bb gehen. Die Amerikaner sagen: \u00abWe are overnewsed, but underinformed.\u00bb Man frisst dauernd Nachrichten-Fastfood in sich hinein, verliert aber den \u00dcberblick. Da m\u00fcssen Medien Leuchtturm sein. Egal ob auf Papier, dem Laptop, dem Tablet oder dem Smartphone. Die Leser werden es uns danken. Auch in 20 Jahren noch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-herr-walder-vielen-dank-f-r-das-interview\"><strong>Herr Walder, vielen Dank f\u00fcr das Interview.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview f\u00fchrten Hans-J\u00fcrgen Jakobs und Thomas Tuma. (Handelszeitung)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>VITA MARC WALDER\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-sportlich\"><strong>Sportlich\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bevor Marc Walder seine Karriere beim gr\u00f6ssten Schweizer Medienhaus Ringier begann, hatte er bereits eine andere hinter sich: Zwischen 1984 und 1991 spielte der Manager professionelles Tennis und wurde zweimal Schweizer Meister im Doppel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-beruflich\"><strong>Beruflich\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach seiner Ausbildung an der Ringier-Journalistenschule 1994 blieb er dem Verlag bis heute treu. Kontinuierlich arbeitete er sich in dem Konzern nach oben. Seit 2012 ist Walder CEO der Ringier AG. Ausserdem sitzt er in mehreren Verwaltungsr\u00e4ten von Beteiligungsgesellschaften.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h-privat\"><strong>Privat\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der geb\u00fcrtige Sankt Gallener ist auch nach seiner Profizeit im Tennis in der Freizeit leidenschaftlicher Sportler geblieben. Zusammen mit seiner Frau und seinen zwei T\u00f6chtern lebt Walder heute in der N\u00e4he von Z\u00fcrich. Walder ist 49 Jahre alt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef des Medienkonzerns Ringier \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zu Deutschland und Start-ups in Afrika.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":2649,"template":"","categories":[],"class_list":["post-2648","interview","type-interview","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.0 (Yoast SEO v27.0) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>\u00abDer Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente\u00bb - Ringier<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00abDer Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente\u00bb\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Chef des Medienkonzerns Ringier \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zu Deutschland und Start-ups in Afrika.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Ringier\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/ringierag\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-09-07T15:28:30+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.ringier.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Marc-Walder_Handelszeitung_20140630.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"805\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"507\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@ringier_ag\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"8 Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/\",\"url\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/\",\"name\":\"\u00abDer Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente\u00bb - Ringier\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.ringier.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Marc-Walder_Handelszeitung_20140630.png\",\"datePublished\":\"2014-06-30T16:10:02+00:00\",\"dateModified\":\"2021-09-07T15:28:30+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de-DE\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de-DE\",\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.ringier.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Marc-Walder_Handelszeitung_20140630.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.ringier.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Marc-Walder_Handelszeitung_20140630.png\",\"width\":805,\"height\":507},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/der-finanzplatz-schweiz-hat-gute-argumente\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"\u00abDer Finanzplatz Schweiz hat gute Argumente\u00bb\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.ringier.com\/de\/\",\"name\":\"Ringier\",\"description\":\"We inform. 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