{"id":2564,"date":"2019-02-27T16:22:46","date_gmt":"2019-02-27T15:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ringier.com\/?post_type=interview&#038;p=2564"},"modified":"2025-12-15T15:32:36","modified_gmt":"2025-12-15T14:32:36","slug":"journalismus-ist-eine-riskante-karte","status":"publish","type":"interview","link":"https:\/\/www.ringier.com\/de\/news\/interviews\/journalismus-ist-eine-riskante-karte\/","title":{"rendered":"\u00abJournalismus ist eine riskante Karte\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Schweizer Journalist: Marc Walder, wissen Sie noch, wor\u00fcber Sie am 20. Oktober 1992 Ihren ersten Artikel im \u00abBlick\u00bb geschrieben haben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Marc Walder: Das weiss ich nicht mehr. Sie?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es war \u00fcber das Ende des nationalen Tennis-Zentrums in Ecublens&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;wusste ich nicht mehr. Sie haben &#8211; f\u00fcr einmal &#8211; gut recherchiert&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die ersten zwei Monate lang haben Sie dann beim \u00abBlick\u00bb nur \u00fcber Tennis geschrieben. Sie hatten keinen besonders breiten Horizont.\u200b<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, ich war bereits froh, dass ich als Volont\u00e4r \u00fcberhaupt schreiben durfte. Ich habe damals 650 Franken pro Monat verdient. Und die ersten Wochen liess man mich Fotokopien erstellen, die Nachrichtenb\u00e4nder der Schweizer Sportinformation abreissen und aufh\u00e4ngen und die Seitenpl\u00e4ne der jeweiligen Ausgabe verteilen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nochmals etwas Retrospektive. Was war Ihre beste Geschichte, die Sie f\u00fcr die Blick-Gruppe oder sp\u00e4ter die \u00abSchweizer Illustrierte\u00bb je geschrieben haben?\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schwierige Frage. Da waren einige Dinge, die einiges bewegten. Ein Thema bleibt mir recht pr\u00e4sent, weil es ganz am Anfang war und die Dimension gross f\u00fcr einen jungen Journalisten. Ich begleitete damals das ganze Drama um die Schliessung des offenen Drogenumschlag-Platzes Letten in Z\u00fcrich, \u00fcber viele Wochen lang. Das war Ende 1991 und Anfang 1992. Tausende von Fixem, in einem quasi rechtsfreien Raum. Mitten in Z\u00fcrich. Das war auch eine Art Lebensschule f\u00fcr mich. Meine Zeit als Journalist war &#8211; ganz ehrlich &#8211; phantastisch. Es war lehrreich, erf\u00fcllend, herausfordernd, extrem breit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir fragen darum, weil wir wissen m\u00f6chten: Wie viel vom damaligen jungen und enthusiastischen Journalisten Marc Walder steckt heute noch im Ringier &#8211; CEO und Ringier- Mitbesitzer Marc Walder?\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hmmm &#8230; ich w\u00fcrde sagen: viel. Ich lese immer noch viel, wenn auch meist quer und via alle m\u00f6glichen Kan\u00e4le &#8211; Print, Digital, E-Paper, Facebook-Newsfeed, Twitter &#8211; und stets unter dem Aspekt: \u00abWie bereitet wer was genau auf? Und wie setzt wer was um?\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein guter Freund von Ihnen hat mir mal gesagt: Der Walder bedauert es bis heute zutiefst, dass er nie Chefredaktor des \u00abBlicks\u00bb war.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mag sein. Ich durfte die Sportredaktion der Blick-Gruppe f\u00fchren, die \u00abSchweizer Illustrierte\u00bb, den \u00abSonntagsBlick\u00bb &#8211; aber nie den \u00abBlick\u00bb, die Tageszeitung. H\u00e4tte ich zweifellos gerne gemacht. Das ist und bleibt die vielleicht gr\u00f6sste journalistische Herausforderung in der Schweiz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inzwischen allerdings ist Journalismus in Ihrem Haus nur noch ein eher nebens\u00e4chliches Hobby.\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehe ich \u00fcberhaupt nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben anfangs 2017 einen Satz gesagt, der auch international f\u00fcr enormes Aufsehen sorgte. Sie sagten, etwas verk\u00fcrzt: \u00abWenn wir vom Journalismus leben m\u00fcssten, k\u00f6nnte ich nicht mehr ruhig schlafen.\u00bb W\u00fcrden Sie das heute noch wiederholen?\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist etwas verk\u00fcrzt, aber in der Substanz richtig. Konkret: Wenn ein Verlag 2019 zu mehr als, sagen wir, 60 Prozent von Journalismus lebt, dann wird es eng f\u00fcr das Unternehmen Ringier war ein Verlag. 175 Jahre lang. F\u00fcnf Generationen lang. Heute sind wir ein diversifiziertes, digitalisiertes Medienunternehmen in knapp 20 L\u00e4ndern. \u00c4hnlich wie Axel Springer oder&nbsp;Schibsted, beides international Vorbilder f\u00fcr eine gelungene Transformation. Journalismus ist nach wie vor wichtig f\u00fcr Ringier. Das ist keine Floskel. Wenn auch betriebswirtschaftlich anderes heute relevanter ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Man hat Sie nach Ihrem Satz als Totengr\u00e4ber des Journalismus bezeichnet.\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht irgendwo auf Social Media. Mag sein. Michael Ringier hat mal, vor vielen, vielen Jahren gesagt:&nbsp; \u00abDas Internet ist an gewissen Stellen die Klowand der Gesellschaft.\u00bb Kluge Aussage &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8230; dennoch: Totengr\u00e4ber des Journalismus\u200b.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie ein doch recht grosses Medienunternehmen wie Ringier in die Zukunft f\u00fchren sollen, dann bringt es nichts, wenn Sie lapidar sagen: \u00abIrgendwie finden wir dann schon raus, wie Journalismus in Zukunft finanziert werden wird.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alle suchen nach Rezepten, nicht sehr erfolgreich bisher.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute stehen zwei Dinge fest. Erstens: Mit Zeitungen und Zeitschriften und Druckereien verdienen Sie jedes Jahr weniger Geld. Ganz, ganz wenige Ausnahmen ausgeklammert. Zweitens: Mit den digitalen Kan\u00e4len haben es bis heute nur wenige geschafft, Journalismus nachhaltig zu monetarisieren. Im Print wird das Geld also weniger -und digital fliesst das Werbegeld mehrheitlich zu Google und Facebook. Und neuerdings auch zu Amazon.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist Journalismus f\u00fcr einen Verlag noch eine Gesch\u00e4ftsgrundlage?\u200b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Keine sichere mehr, wenn Sie das auf einer mittelfristigen Zeitachse anschauen. Keine, die es Ihnen erlaubt, nicht zu diversifizieren. Wer nur auf Journalismus setzt, setzt alles auf eine &#8211; unsichere &#8211; Karte. Ja, Journalismus ist eine riskante Karte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und, wie gut schlafen Sie inzwischen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gut. Ringier macht dieses Jahr 71 Prozent seines operativen Gewinnes mit digitalen Gesch\u00e4ftsmodellen. Vieles davon hat nichts mehr mit Journalismus zu tun. Das wiederum erlaubt uns aber auch, jedes Jahr rund 100 Millionen zu investieren. Viel davon \u00fcbrigens in Journalismus. In Video, in Technologie und Daten-Analytik. Digitaler Journalismus ist teuer. Teurer als auf Papier. Das zeigen unsere Vergleiche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben keine Probleme, Zeitungen und Zeitschriften einzustellen. Zuletzt hat es \u00abCicero\u00bb, \u00abL&#8217;Hebdo\u00bb und \u00abBlick am Abend\u00bb erwischt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abCicero\u00bb haben wir an die Chefredaktion und das Management weitergegeben. Das war eine grossz\u00fcgige, aber auch gute L\u00f6sung f\u00fcr dieses wunderbare Magazin. \u00abL&#8217;Hebdo\u00bb und \u00abBlick am Abend\u00bb haben keine Aussicht, je wieder Geld zu verdienen. Deshalb war die Schliessung zwar schmerzhaft, aber konsequent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00abBlick am Abend\u00bb ist ein gutes Beispiel. Sie haben mir noch vor einem Jahr geschworen, der Titel w\u00fcrde weiter bestehen. Nun haben Sie ihn eingestellt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben Recht. Wir haben \u00abBlick am Abend\u00bb&nbsp;noch vor einem Jahr deutlich mehr Zeit einger\u00e4umt. 2018 war aber auf dem Werbemarkt Schweiz &#8211; einmal mehr &#8211; ein hartes Jahr f\u00fcr Print-Publikationen. Deshalb der dann doch schnelle Entscheid.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann verliert Ringier die Geduld und stellt eine Zeitung ein? Ein paar Jahre mit Verlust?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Jahre mit Verlust &#8211; und keine Aussicht auf Gewinne in der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der \u00abBlick\u00bb&nbsp;k\u00e4mpft nach Ihren Richtlinien auch ums \u00dcberleben. Der schreibt, wenn wir richtig rechnen, in den letzten Jahren eine schwarze Null.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00abBlick\u00bb k\u00e4mpft nicht ums \u00dcberleben. Nein. Der \u00abBlick\u00bb will die nachhaltig gr\u00f6sste, digitale, journalistische Marke der Schweiz sein. Daf\u00fcr sind wir bereit, viel zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist der \u00abBlick\u00bb&nbsp;das Denkmal von Ringier? Denkm\u00e4ler st\u00fcrzt man nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gut gesagt. Korrekt. Da gibt es auch&nbsp;nichts zu st\u00fcrzen. \u00abBlick\u00bb hat seit 60 Jahren eine grosse journalistische Bedeutung in diesem Land. Das wird so bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden wir etwas grunds\u00e4tzlich. Hat der Journalismus eine Zukunft? Wenn ja, wie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den vergangenen zehn Jahren sind viele Zeitungen und Zeitschriften und Druckereien verschwunden. Andere wurden im Hintergrund via Zentralredaktionen journalistisch zusammengelegt. Dieser Prozess geht weiter, keine Frage. Heisst: weniger Zeitungen, weniger Zeitschriften, weniger Druckereien, mehr Zentralredaktionen f\u00fcr verschiedene Kopfbl\u00e4tter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und digital?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Werbung wandert weiterhin vor allem zu den Plattformen Facebook, Google, Youtube und Amazon. Und die Bereitschaft, f\u00fcr guten Journalismus zu bezahlen, bleibt &#8211; sagen wir &#8211; bescheiden. All dies bedeutet, dass nur wenige journalistische Marken es schaffen werden, gutes Geld mit Journalismus zu verdienen, um unabh\u00e4ngig und langfristig innovativ bleiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reichlich pessimistisch, Ihre Perspektive.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Realistisch. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es wird Medienmarken geben, die auch langfristig erfolgreich sein werden. Aber deutlich, deutlich weniger als fr\u00fcher. Die Zeiten, in der jede Lokal-, jede Regionalzeitung einigermassen sorglos gesch\u00e4ften konnte, sind vorbei. Das Gleiche gilt auch f\u00fcr Zeitschriften. Nur die allerbesten und geschicktesten Medienmarken werden sich durchsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was heisst \u00abdie Allerbesten\u00bb?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es braucht deutlich mehr, zu den Besten zu geh\u00f6ren, als fr\u00fcher: Starker Journalismus bleibt &#8211; selbstredend &#8211; die Grundlage. F\u00fcr eine \u00abFAZ\u00bb, eine \u00abNew York Times\u00bb genauso wie f\u00fcr \u00abBild\u00bb oder \u00abBlick\u00bb. Digital braucht es dann diverse neue Kompetenzen: Leistungsf\u00e4hige, sichere Basis-Technologie, intelligente Daten-Analyse, Video-Kompetenz, optimierter Umgang mit Social Media, Audio&nbsp;und Augmented Reality werden zunehmen. Wir sehen: Journalismus ist heute deutlich komplexer und aufw\u00e4ndiger. Auch dessen Vermarktung. Hier braucht es mehr Kreativit\u00e4t und gleichzeitig mehr Daten-Intelligenz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nun gibt es so etwas wie eine Gegenbewegung zu den grossen Verlagen. Es entstehen unabh\u00e4ngige Online -Plattformen. Es ist auch Ausdruck von Unbehagen gegen\u00fcber den kommerziell ausgerichteten Verlagen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verlage sind kommerziell ausgerichtet wie alle anderen Unternehmen auch. Ist eine Schraubenfabrik nicht kommerziell ausgerichtet, wird sie bald keine Schrauben mehr produzieren k\u00f6nnen. Ist der Bio-Laden im Seefeld nicht kommerziell erfolgreich, wird er bald keine Bio-Salate und Bio-S\u00e4fte mehr verkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es ist auch Ausdruck eines Unbehagens gegen\u00fcber dem Journalismus, der von den dominierenden Medienfirmen geboten wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das vielleicht schon eher. In erster Linie aber kann heute eine Einzelperson oder&nbsp;eine kleine Gruppe dank der digitalen Verbreitung der Inhalte eine hohe Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen. Das war fr\u00fcher nicht m\u00f6glich. Diese neuen Angebote haben mit dieser Tatsache viel zu tun. Doch sie alle m\u00fcssen feststellen: Digitaler Journalismus ist, will er langfristig gute Qualit\u00e4t bieten, enorm teuer. Teurer gar, als fr\u00fcher auf Papier. Das sind heute hochkomplexe Technologie-Plattformen und deren Betrieb und Weiterentwicklung kosten enorm viel Geld.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dennoch, auch bei Ihnen haben manche Journalisten den Eindruck, Sie w\u00fcrden den Journalismus schlechtreden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das hat wohl zwei Ursachen. Um unsere Transformation innert so kurzer Zeit durchzuboxen, mussten wir \u00fcberkommunizieren. Wir mussten immer wieder betonen, wie wichtig diese neuen Gesch\u00e4fte f\u00fcr uns sind. Zweiter Grund: Wenn ich sage, dass Journalismus zurzeit kein langfristig gesichertes Gesch\u00e4ftsmodell ist, dann nennt man dies da und dort \u00abschlechtreden\u00bb. Es ist aber nur eine pragmatische Analyse der Fakten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reden wir zuerst \u00fcber den Journalismus und dann \u00fcber die Strukturfragen. Haben wir dieses Qualit\u00e4tsproblem im Journalismus, von dem wir dauernd h\u00f6ren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionen sind kleiner geworden, auf der ganzen Welt. Sie m\u00fcssen aber deutlich mehr leisten. Diverse Kan\u00e4le, mehrere Disziplinen. Das Niveau zu halten, ist eine Herausforderung. Aber es ist unsere gr\u00f6sste Pflicht und vor allem: eine Chance. In einem Zeitalter, in dem jeder Blogger viel \u00d6ffentlichkeit schaffen kann, in dem Bots politische Debatten beeinflussen k\u00f6nnen, in dieser Zeit ist Absenderkompetenz und Kredibilit\u00e4t und Qualit\u00e4t DIE grosse Opportunit\u00e4t f\u00fcr Medienmarken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber haben Journalisten im Hause Ringier \u00fcberhaupt noch eine Zukunft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unbedingt. Sie m\u00fcssen nur bereit sein, sich immer mehr auf Ver\u00e4nderungen einzustellen. Journalismus ist komplizierter geworden, dadurch aber auch reicher. Video, Audio, Social Media, direkte Interaktion mit Usern, Live-Broadcasting und, und, und. Es ist anspruchsvoller. Und &#8211; keine Plattit\u00fcde &#8211; vielseitiger. Noch vielseitiger als fr\u00fcher.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist journalistische Qualit\u00e4t f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zusammenspiel von Fakten, attraktiven Erz\u00e4hlformen, interessanten Inszenierungen, Erkl\u00e4rung, intelligenter Einordnung &#8211; und Mut zum Standpunkt, allerdings klar gekennzeichnet. Egal, ob&nbsp;es um Politik, Sport, Wirtschaft, Wissenschaft oder Unterhaltung geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und was nicht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Halbwahrheiten, Zuspitzungen, Thesen-Journalismus, einf\u00e4ltige Darstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie viel Arbeitszeit verwenden Sie noch auf Publizistik, etwa der Diskussion mit Chefredaktoren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die vergangenen Jahre wurde enorm viel Energie und Zeit &#8211; und auch Geld &#8211; verwendet, das Unternehmen zu transformieren. Der Dialog mit den Redaktionen kam wohl etwas zu kurz. Das m\u00f6chte ich \u00e4ndern. Und doch &#8211; mit der Qualit\u00e4t unserer Publikationen d\u00fcrfen wir zufrieden sein. Das gilt f\u00fcr die Tageszeitungen, f\u00fcr die Publikumszeitschriften, die Wirtschaftsmedien oder f\u00fcr die TV-Publikationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn Sie wieder mehr mit Journalisten reden wollen, wor\u00fcber muss man heute dringend reden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber tausend Sachen. Drei Beispiele: Welche pr\u00e4zise Rolle hat welcher Medientitel da draussen in diesem st\u00e4ndigen Informations-Gewitter? Oder: Wie setzen wir die Erz\u00e4hlform Video ein? Oder, fundamentaler: Wie definiert sich spezifische Relevanz f\u00fcr einen \u00abBlick\u00bb, f\u00fcr \u00abBeobachter\u00bb, f\u00fcr \u00abLe Temps\u00bb, f\u00fcr eine \u00abBilanz\u00bb oder eine \u00abHandelszeitung\u00bb?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt so etwas wie Kulturpessimismus im aktuellen Journalismus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Journalismus hat &#8211; weltweit &#8211; die h\u00e4rtesten, herausforderndsten, komplexesten zehn Jahre hinter sich. Und die n\u00e4chsten zehn Jahre werden genauso sein. Redaktionen waren bis vor 15 Jahren &#8211; im Vergleich zu heute &#8211; ein Ponyhof.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum aber sind die Presseprodukte von Ringier so brav? Das ist auffallend, wenn man sieht, wie pointiert andere Titel wie \u00abNZZ\u00bb, \u00abWeltwoche\u00bb oder \u00abWochenzeitung\u00bb geworden sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sind sie brav? Das sehe ich anders. \u00abBilanz\u00bb oder \u00abBeobachter\u00bb oder \u00abLe Temps\u00bb&nbsp;sind richtig starke Titel, wenn es sein muss, unbequem. Und dann machen Sie nicht den Fehler, nur in der Schweiz zu schauen: In Serbien haben wir mit \u00abBlic\u00bb&nbsp;die einzige unabh\u00e4ngige Zeitung, in Polen sind \u00abFakt\u00bb, \u00abOnet\u00bb oder \u00abNewsweek\u00bb zentrale und hochrelevante Stimmen in einem geteilten Land.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Journalismus ist zunehmend die Kunst der Provokation. Fr\u00fcher, etwa unter Peter Uebersax, war Ringier darin der Marktleader. Diesen Rang haben Sie verloren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch das sehe ich anders. Journalismus soll nicht die Kunst der Provokation sein. Daf\u00fcr gibt es da draussen im World Wide Web weiss Gott gen\u00fcgend billige und &#8211; nennen wir es doch beim Namen &#8211; primitive Provokateure.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich vermute doch, die inhaltliche Bl\u00e4sse der Ringier-Titel hat mit Ihrem zunehmenden Desinteresse an Journalismus zu tun. Eine \u00abNZZ\u00bb etwa, hundert Meter von Ihnen entfernt, ist hier viel leidenschaftlicher.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ringier ist und bleibt ein zutiefst journalistisch gepr\u00e4gtes Unternehmen. Wir haben 130 Medienmarken unter unserem Dach. Wie vorhin beschrieben, spielen diese Medien in der Schweiz oder in Osteuropa eine sehr wichtige Rolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wollen die Ringier-Titel noch gesellschaftspolitisch etwas bewegen in unserem Land?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sollen, um Spiegel-Gr\u00fcnder Augstein zu zitieren, schreiben, was ist. Das gilt f\u00fcr unsere Schweizer Titel, aber auch von \u00abLibertatea\u00bb in Rum\u00e4nien bis zu \u00abBlikk\u00bb in Ungarn. Je gr\u00f6sser und aufgeregter das Informationsgewitter da draussen ist, desto wichtiger werden diese grossen journalistischen Marken wieder. Daran glauben Michael Ringier und ich. Und Mathias D\u00f6pfner genauso. Mit Axel Springer zusammen halten wir ja die meisten Marken in Osteuropa.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kommen wir zu den kommerziellen Aspekten. Journalismus macht bei Ihnen noch etwa die H\u00e4lfte des Umsatzes und einen Drittel des Gewinns. Wie war das Verh\u00e4ltnis 2018?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Digital ist weiterhin auf Wachstumskurs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie wird das Verh\u00e4ltnis im Jahre 2025 aussehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das weiss ich nicht. Das weiss eh niemand. Meine Vermutung, f\u00fcr Ringier- Wir werden deutlich weniger journalistische Marken haben, aber immer noch sehr bedeutende. Sie d\u00fcrften gar noch bedeutender werden. Operativ wird der Journalismus vielleicht 15 Prozent zum Gewinn beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer sind bei Ringier heute und in Zukunft die Gewinnmaschinen? Ich vermute, am meisten verdienen Sie mit Auto-Occasionen und Stellenvermittlung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Marktpl\u00e4tze f\u00fcr Jobs, Immobilien und Autos sind sehr rentabel, korrekt. Ticketing auch. Aber ein \u00abBeobachter\u00bb, eine \u00abSchweizer Illustrierte\u00bb oder \u00abOnet\u00bb in Polen verdienen mit Journalismus immer noch gutes Geld.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Man kann sagen: Sie haben als Ex-Journalist Ringier von einem Verlagshaus in ein Handelshaus verwandelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In ein diversifiziertes Medienunternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben f\u00fcr die digitalen Marktpl\u00e4tze \u00fcber 1 Milliarde Franken investiert. Was w\u00fcrden Sie noch kaufen, wenn es zu kaufen w\u00e4re?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich an ein Abendessen mit einem bekannten Verleger vor zehn Jahren. Nach zwei Flaschen Wein meinte er: \u00abIhr seid verr\u00fcckt, so hohe Preise f\u00fcr diese digitalen Marktpl\u00e4tze zu bezahlen!\u00bb In der Tat lagen und liegen die Bewertungen bei 14 bis 20 mal operativer Gewinn. Enorm. Aber die Wertsteigerung dieser Plattformen war eben auch enorm in den vergangen Jahren. Das heisst: Die verdienen heute ein x-Faches. Es ist gut angelegtes Geld. Ich w\u00fcrde bei den Marktpl\u00e4tzen bleiben f\u00fcr den Moment.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und w\u00fcrden Sie zum Beispiel eine gute Tageszeitung kaufen, bei uns oder anderswo?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den L\u00e4ndern, in denen wir aktiv sind, k\u00e4me mir keine in den Sinn, die wir gerne noch besitzen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ringier war fr\u00fcher stets der am meisten publizistisch ausgerichtete Verlag. Sie verdienten, anders als die Konkurrenz, nie Geld mit gedruckten Rubriken-Anzeigen im Stellen-, Auto- und Immobilienmarkt. Im digitalen Markt haben Sie hier, etwa mit der Scout-Gruppe, gross zugelegt. Ist es Ihre gr\u00f6sste Leistung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die gr\u00f6sste Leistung der Aktion\u00e4re. Sie haben ihr Geld daf\u00fcr hergegeben, als niemand wusste, wie das rauskommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Man k\u00f6nnte auch sagen, Sie haben aus Ringier einen normalen Verlag gemacht. Normale Verlage haben in der Geschichte ihr Geld nie mit Publizistik verdient.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ein interessanter Satz. Und ganz und gar nicht falsch. Wenn auch selten so formuliert. In der Tat waren die Kleinanzeigen f\u00fcr Jobs und Immobilien stets ganz grosser oder gar gr\u00f6sster Treiber f\u00fcr Tageszeitungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woher kommt Ihr Faible f\u00fcr die digitale Welt? Sie waren zuvor immer analog, als Tennis-Profi wie als Journalist. Ein Erweckungserlebnis?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich in Boston, als ich ein Executive-Management-Programm bei Harvard machte. Ich kann vieles nicht so gut. Vorausdenken kann ich einigermassen gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben dann \u00abdigitalswitzerland\u00bb initiiert, eine Initiative zur Digitalisierung unserer Gesellschaft. Ist das wirklich n\u00f6tig in einem traditionell innovativen Land?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist fundamental wichtig f\u00fcr den Standort Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz ist ein ganz starker Wirtschaftsstandort. In diversen, globalen Indexes ist unser Land top: Kompetitivit\u00e4t, Innovation, Unternehmertum. Digitalisierung kann das Bild aber rasant ver\u00e4ndern. Deshalb liegt mir mittlerweile auch das Thema Bildung am meisten am&nbsp;Herzen. Und zwar gleich ab der ersten&nbsp;Klasse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oder wollen Sie sich als Digital-Papst einfach wichtig machen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mitglieder haben diese Standort-Initiative gross gemacht. Wir haben mit einer Hand voll begonnen. Heute sind es rund 140. Die Br\u00fccke zur Verwaltung in Bern steht. Das ist einzigartig in Europa. Es ist auch ein Zeichen, wie die Schweiz Dinge anpackt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind zwar urspr\u00fcnglich Journalist, aber Sie haben Ihren Konzern ausserhalb des Journalismus wieder gross gemacht. Es ist eine Art Ironie der Firmengeschichte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ringier hat sich immer wieder neu erfunden. Die Familie, die hinter Ringier steht, ist eine einzigartige Unternehmer-Familie in diesem Land. Vielleicht habe ich &#8211; gerade, weil ich Journalist bin &#8211; fr\u00fch die Herausforderungen gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr Erfolg hat Ihnen dann eine Beteiligung von 10 Prozent am Unternehmen eingebracht. Wie kam das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Frage muss die Familie beantworten. Es war ein gegenseitiges \u00abWir machen das zusammen weiter\u00bb -Statement.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sind Sie Michael Ringiers Sohn, den er nie hatte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne pathetisch zu sein: Michael Ringier ist Freund, Chef, Autorit\u00e4t und Inspirator. Weitsichtig, grossz\u00fcgig, humorvoll, zutiefst integer, gebildet. W\u00e4re also ein sehr guter Vater.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist eigentlich Ihr Verh\u00e4ltnis zu Evelyn Lingg und Annette Ringier, den beiden Schwestern von Michael Ringier?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden sind Miteigent\u00fcmerinnen des Unternehmens. Alles, was geschieht, wird am Ende in der Familie diskutiert. Und entschieden. Evelyn ist engagiert, sehr gut informiert \u00fcber alles, bleibt aber im Hintergrund. Sie ist gescheit, pr\u00e4zise, nennt die Dinge beim Namen, denkt langfristig. Annette wiederum ist eine ruhige, bedachte, auch publizistisch denkende Aktion\u00e4rin. Dar\u00fcber hinaus hat sie grosses Vertrauen in ihre beiden Geschwister Evelyn und Michael.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Robin Lingg, der Sohn von Evelyn, ist der designierte Fahnentr\u00e4ger der n\u00e4chsten,&nbsp;sechsten Generation Ringier. Sie haben ihn selbst ins Unternehmen geholt. Gescheit? Oder gef\u00e4hrlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Robin war bis 2013 Mitglied des Ringier-Verwaltungsrates, lebte in Mexiko und arbeitete in einer guten Position f\u00fcr das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Ich fragte Robin und die Familie, ob er nicht zu Ringier wechseln w\u00fcrde. Er ist schnell, zupackend, belastbar, digital \u00e4usserst versiert. Er ist weniger Manager, mehr Unternehmer &#8211; das gef\u00e4llt mir.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und? Wie macht er sich? Sie \u00fcbergaben ihm ja das Afrika- Gesch\u00e4ft, von dem Sie sich viel erhoffen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte auch sagen: Kein Teppichetagen-Powerpoint-Management, sondern die richtig harte Schule gleich zu Beginn. Afrika aufzubauen, war harte, schwierige Arbeit. Und er hat das ganz stark hinbekommen Sowohl den journalistischen Teil wie auch den Teil der digitalen Marktpl\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und hat diese grosse Karriere, wie man kolportiert, wirklich mit Ihren Tennispartien mit Michael Ringier begonnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kennengelernt haben wir uns im Tennisclub Grasshoppers in Z\u00fcrich. Sch\u00e4tzen gelernt auch. Dass daraus 25 Jahre beim Unternehmen Ringier werden, h\u00e4tte keiner von uns je gedacht.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spielen Sie noch Tennis mit Michael Ringier? Und wer von Ihnen beiden ist heute besser?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir spielen seit ein paar Jahren nicht mehr. Michael ist aber der fitteste 70-j\u00e4hrige Mann, den ich kenne. Wirklich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Damit sind wir im Boulevardteil angekommen, also dort, wo Sie Ihre Wurzeln hatten. Also, was ist Ihnen wichtig im Leben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zufriedenheit. Privat und beruflich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wichtig ist Ihnen Geld?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geld macht das Leben in vielen Bereichen angenehmer. Nicht mehr, nicht weniger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wichtig ist Ihnen Erfolg?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Ringier Erfolg zu haben, ist mein&nbsp;oberstes berufliches Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie und wo leben Sie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein berufliches Leben ist komplex, sicherlich auch spannend, aber schon beanspruchend. Es pausiert kaum. Privat mag ich es ruhig, mit der Familie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worauf k\u00f6nnten Sie nie verzichten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Darf ich die Frage umformulieren? Was mir wichtig ist in meinem privaten Leben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einverstanden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Familie. Und Dinge mit meiner Familie zu unternehmen, egal was. Sport &#8211; jeden Morgen 45 Minuten Fitness. Nicht allzu ehrgeizig, aber immerhin. Eine Flasche guten spanischen Rotwein. Angeregte Debatten \u00fcber alles M\u00f6gliche beim Abendessen mit unseren Freunden. Hundespazierg\u00e4nge mit unserer Tochter. Ein Konzert von Robbie Williams mit meiner \u00e4lteren Tochter. Ein Fussball-Spiel im Stadion. Einen guten Film schauen mit meiner Frau. Eine Sauna nach einem langen Tag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wen oder was bewundern Sie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle, die weiterkommen wollen in ihrem Leben. Egal in was. Alle, die etwas lernen wollen, etwas besser machen wollen. Einfach einen Schritt vorw\u00e4rtskommen Durchaus auch nur einen kleinen. Leute, deren Glas nie halb leer ist, sondern immer halb voll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und unsere traditionelle Schlussfrage: Was ist Ihr letzter Wunsch an den hl. Franz von Sales, den Schutzpatron der Journalisten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ge er daf\u00fcr sorgen, dass Journalismus, diese so wichtige Dienstleistung, weiterhin eine Gesch\u00e4ftsgrundlage haben wird, die es erlaubt, unabh\u00e4ngig und im Dienste der Gesellschaft zu berichten, was ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist die erstaunlichste Karriere, die je einem Journalisten in einem Schweizer Verlag gelang. Marc Walder begann als Sport-Volont\u00e4r beim \u00abBlick\u00bb, wurde Chefredaktor der \u00abSchweizer Illustrierten\u00bb, schliesslich CEO von Ringier und, als gr\u00f6sster Coup, gar Mitbesitzer des Familienunternehmens. Ein Gespr\u00e4ch dar\u00fcber, wie viel vom fr\u00fcheren Journalisten Walder heute noch geblieben ist. 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