Geschichte der Ringier AG 1833 kaufte der Pfarrerssohn Johann Rudolf Ringier eine Buchdruckerei in Zofingen. Er produzierte unter anderem amtliche Verordnungen, Lehrpläne, Reglemente und druckte die Roggwiler Chronik. Als Verleger gab er seine erste Zeitung, dass «Zofinger Wochenblatt» heraus.
Aus dem lokalen, grafischen Handwerksbetrieb wurde bald ein nationaler Zeitungsverleger.
1911 erschien die Schweizer Illustrierte Zeitung zum ersten Mal, zunächst noch im Buchdruck. Rund zehn Jahre später kam mit «I'lllustré» ein Pendant in der Westschweiz auf den Markt.
Ende der 50er Jahre, 1959, erhielt die Schweiz mit dem «Blick» ihre erste Boulevardzeitung. 1969 kam mit dem SonntagsBlick, die erste und bis heute meistgelesene Schweizer Sonntagszeitung dazu.
Nach weiteren Lancierungen und Übernahmen in der Schweiz expandierte Ringier 1988 nach Asien und 1992 nach Osteuropa. Die ersten Zeichen zum Wandel in ein multinationales Unternehmen waren gesetzt.
1996 folgte der erste Internetauftritt von Blick Online. Fernsehen, Radiostationen und weitere wichtige Onlineplattformen kamen dazu.
Seit nunmehr 175 Jahren erkennt Ringier den technologischen und gesellschaftlichen Wandel frühzeitig und nimmt ihn vorausschauend wahr.
Heute ist aus dem Schweizer Verlagshaus von Printprodukten ein internationaler Anbieter multimedialer Plattformen geworden.
Ab Januar 2009 wird die Ringier AG operativ von CEO Christian Unger geleitet. Martin Werfeli tritt nach sechs Jahren als CEO in den Verwaltungsrat der Ringier AG über.
Meilensteine
2008 Ringier feiert sein 175jähriges Bestehen.
2007 Übernahme von Radio Energy Zürich (51 Prozent), Einstellung der Wochenzeitung «Cash» bei Verstärkung des übrigen «Cash»-Medienverbunds; Ringier verkauft TV-Zeitschriften Tele, TV2, TVvier an Axel Springer Verlag. Ringier und Wenhui Xinmin United Press Group gehen Partnerschaft für die erste wöchentliche Frauenzeitschrift Xinmin Bella in China ein. In Tschechien übernimmt Ringier die Tageszeitung Aha! und in Serbien lanciert Ringier eine neue Tageszeitung ALO! Mit der Übernahme der Mehrheit der media suisse group (80%) wird Ringier zum führenden Anbieter im Bereich der elektronischen Medien. Auf iTunes erhält RingierTV einen eigenen Store.
2006 Imprimeries Réunies Lausanne SA (IRL) tritt der Swiss Printers AG bei.
2005 Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder wird Berater von Michael Ringier.
2004 Gründung der Swiss Printers AG (Ringier 70 Prozent, NZZ-Gruppe 30 Prozent). Zum Firmenverbund gehören alle nicht zeitungsbezogenen Druckbetriebe der beiden Partner, nämlich Ringier Print Zofingen AG., Zürcher Druck + Verlag AG, Zollikofer AG St. Gallen und NZZ Fretz AG Schlieren. «Blick» wechselt nach siebenwöchiger Testphase definitiv auf das Tabloid-Format. In Deutschland wird «Cicero» lanciert, das Magazin für politische Kultur. Einstieg in Serbien mit der Boulevardzeitung «Blic»; markanter Ausbau in Rumänien, der Slowakei und Tschechien durch Übernahme der Verlagsbeteiligungen von Gruner + Jahr.
2003 Tod von Hans Ringier im Alter von 97 Jahren. Michael Ringier wird VR-Präsident der Ringier Holding AG. Martin Werfeli wird zum CEO der Ringier-Gruppe und zum VR-Präsident der Ringier Print Holding AG ernannt. Übernahme der Frauenzeitschrift «Bolero», Fusion mit der Deutschschweizer Ausgabe von «Edelweiss», Einstellung von «dimanche.ch».
2002 Aus der SMI Webfactory und der Ringier Webfactory geht die Internetfirma Previon AG hervor.
2001 Übernahme der Druckerei Winterthur und der Vorstufenfirma ColorServ von der Basler Mediengruppe (2003 stillgelegt). Rincovision wird in RingierTV übergeführt. Einstellung des Reisemagazins «Globo». Strategische Partnerschaft mit Coop, die 50 Prozent des Aktienkapitals von Betty Bossi übernimmt.
2000 Martin Werfeli wird Stellvertreter von Konzernleiter Michael Ringier. Ringier übernimmt von Marquard Media den ungarischen Verlag Magyar Hirlap Rt. und wird Verleger der zweitgrössten Boulevardzeitung Ungarns, der Qualitätszeitung Magyar Hirlap und Besitzer einer Druckerei.
1999 Dr. Uli Sigg wird Verwaltungsratspräsident der Ringier AG. 50 Prozent-Beteiligung an Sat.1 (Schweiz) AG; Lancierung der Sonntagszeitung «dimanche.ch» in der Westschweiz.
1997 Ringier Print Adligenswil und Zofingen werden neu als eigenständige Firmen geführt. Michael Ringier übernimmt die operative und publizistische Führung als Konzernleiter und wird zudem Delegierter des Verwaltungsrates der Ringier AG.
1996 Neue Führungsstruktur: Gliederung in die Bereiche Ringier Schweiz, Ringier International und Ringier America. Erste Schritte ins Internet (Blick Online, Cash Online). Einstellung der «Schweizer Woche»; Eröffnung des Druck- und Weiterverarbeitungszentrums Zofingen; Verkauf von Ringier America Inc. an World Color Press Inc..Tod von Eva Ringier-Landolt
1995 Ringier, NZZ und die deutsch-japanische Partner Development Company for Television Programms (DCTP) realisieren «PresseTV», die private Verleger-Programmschiene auf dem Kanal Schweiz 4. In China wird die Wirtschaftszeitung «Cash» lanciert. Ringier übernimmt den Betty Bossi Verlag von Unilever.
1993 Ausdehnung des Ostgeschäfts nach Bulgarien («Kesh»), Polen («Cash») und Vietnam (Wirtschafts-Wochenzeitung «Thoi bao Kinh te Viet Nam»). Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG): gemeinsame Sendungen «Cash-TV», «Spotlights», «MotorShow» und «Gesundheit-Sprechstunde».
1992 Beginn der starken Expansion in Mittel- und Osteuropa durch die Lancierung von «Blesk», der ersten farbigen Boulevardzeitung in Tschechien. In Rumänien fasst Ringier mit der Wirtschaftszeitung «Capital» Fuss. In Adligenswil wird die modernste Zeitungsdruckerei Europas eingeweiht.
1991 Christoph Ringier tritt aus dem Unternehmen aus. Michael Ringier übernimmt als Präsident des Verwaltungsrates die oberste Verantwortung.
1990 Neue Führungsstruktur: Christoph Ringier übernimmt den Vorsitz der Konzernleitung, Michael Ringier wird Verwaltungsratspräsident. Erster Schritt in den Osten: In Tschechien wird nach dem Vorbild von «Cash» die Wirtschaftszeitung «Profit» lanciert. «Blick für die Frau» wird eingestellt.
1989 Übernahme der W.A.Krueger Co. in USA; Lancierung des Wirtschaftsmagazins «Cash». In Deutschland wird das Reisemagazin «Globo» lanciert. «Blick Basel» wird eingestellt.
1988 Start des «Blick Basel».
1987 Der erste Schritt nach Asien: Gründung der Times-Ringier (HK) Ltd. zusammen mit Times Publishing Co., Singapore.
1986 Die elektronische Bildverarbeitung in Adligenswil nimmt den Betrieb auf. Erstmals werden in der Schweiz komplette Zeitungsseiten via Satellit übermittelt. Das «Gelbe Heft» wird in «Schweizer Woche» umbenannt und neu lanciert.
1985 Hans Ringier übergibt die Führungsverantwortung an seine Söhne Christoph (Präsident des Verwaltungsrates) und Michael (Direktionspräsident). Dr. Peter Schneeberger scheidet aus. «Blick für die Frau» wird lanciert. Gründung der Krueger-Ringier Inc. in USA und Übernahme der Druckerei W.F.Hall (2500 Mitarbeitende).
1984 Gründung der TV-Programmgesellschaft Zürivision mit Tages-Anzeiger und Radio 24.
1983 Konzernchef Dr. Heinrich Oswald tritt altershalber zurück. Neuer Direktionspräsident wird Dr. Peter Schneeberger. «Die Woche» wird eingestellt.
1982 Ringier beteiligt sich mehrheitlich an der Konzertagentur Good News.
1981 Aufsehen erregende Neulancierungen in Deutschland («natur» mit Horst Stern) und der Schweiz (Nachrichtenmagazine «Die Woche» und «L'Hebdo»).
1980 Kauf der Zeitschriftenverlage Zürl und Heering in Deutschland.
1978 Eröffnung des Ringier Pressehauses an der Dufourstrasse 23 in Zürich.$
1977 Die «Schweizerische Allgemeine Volkszeitung» wird zur «Glückspost» umgewandelt, dem ersten «yellow paper» der Schweiz. Einweihung des Pressezentrums Adligenswil (Zeitungsoffset). Der «Blick» kann nun auf eigenen Maschinen gedruckt werden.$
1976 «Annette» wird durch «100 Ideen» ersetzt und kurz darauf eingestellt; Zusammenlegung von «Tele» und «tv radio zeitung».
1974 Eröffnung der Ringier Journalistenschule (erste Bildungsstätte dieser Art in der Schweiz); Einstellung des «Blatt für alle», Lancierung der Frauenzeitschrift «Annette».
1973 Ringier übernimmt den Verlag C.J.Bucher AG Luzern mit der Tageszeitung «Luzerner Neueste Nachrichten» und Druckereien.
1972 Hans Ringier trennt sich von Heinrich Brunner und ernennt Dr. Heinrich Oswald (ehemals Generaldirektor von Knorr) zum Delegierten des Verwaltungsrats und Direktionspräsidenten der Ringier-Gruppe. «Sie + Er» und «Schweizer Illustrierte» werden zusammengelegt.
1969 Gründung des «SonntagsBlick» als der ersten Sonntagszeitung der Schweiz; Zusammenlegung von «L'Illustré» und «Pour Tous».
1967 Gründung der Programmzeitschrift «Tele».
1960 Paul August Ringier stirbt. Sein einziger Sohn Hans Ringier übernimmt die Nachfolge als Präsident des Verwaltungsrates. Das Unternehmen zählt ca. 2000 Mitarbeitende.
1959 «Blick» erscheint zum ersten Mal, herausgegeben von der «AG für Presseerzeugnisse», hinter der als Hauptaktionärin die Ringier & Co. AG steht. Es ist - von der kurzlebigen «Actualis» während des 2. Weltkriegs abgesehen - die erste Boulevardzeitung der Schweiz; "Blick" erregt grosses Aufsehen und heftigen politischen Widerstand. Mit «Blick» dringt Ringier erstmals ins Zeitungsgeschäft vor.
1947 Heinrich Brunner tritt ins Unternehmen ein und steigt schnell vom Vizedirektor für Rechnungswesen und Finanzen sowie zum Generaldirektor und Vertrauensmann des Patrons auf.
1946 Gründung von «Pour Tous».
1940 Übernahme der Aktienmehrheit des Jelmoli-Konzerns von der Schweizerischen Bankgesellschaft (Absicherung der grossen Katalogdruck-Aufträge).
1930 Gründung des «Blatt für alle».
1929 Gründung der Illustrierten «Sie + Er».
1922 Gründung der «Ringiers Unterhaltungsblätter» (jahrzehntelang bekannt als das «Gelbe Heft»).
1921 Für die Westschweiz wird «L'Illustré» gegründet, das Pendant zur «Schweizer Illustrierten».
1914 Landesausstellung in Bern: Paul August Ringier präsentiert die von ihm weitgehend selbst entwickelte erste Tiefdruck-Rotationsmaschine, die Bild und Text in einem Arbeitsgang drucken kann. Der Erste Weltkrieg verhilft der «Schweizer Illustrierten Zeitung» zum Durchbruch auf dem Zeitschriftenmarkt.
1911 Die «Schweizer Illustrierte Zeitung» erscheint zum ersten Mal, zunächst noch im Buchdruck.
1910 Ringier erhält den ersten Auftrag zum Druck des Versandkatalogs des Warenhauses Jelmoli.
1907 Paul August Ringier trennt sich von seinen Partnern.
1902 Fusion mit Francke & Co. zu den Vereinigten Buch- und Steindruckereien Ringier & Co., Übernahme der Schweizerischen Allgemeinen Volkszeitung, die Francke 1884 zusammen mit einem weiteren Zofinger Drucker namens Jean Frey gegründet hatte.
1898 Franz Emil Ringier stirbt erst 61jährig. Überraschend muss sein Sohn Paul August Ringier (22) die Nachfolge antreten.
1885 Erstes verlegerisches Scheitern: Das «Zofinger Wochenblatt» stellt sein Erscheinen ein.
1874 Gründer Johann Rudolf Ringier stirbt. Sein Sohn Franz Emil Ringier tritt die Nachfolge an. Anschaffung einer Johannisberger Schnellpresse.
1845 Einstieg in die Bildverarbeitung: Erstmals empfiehlt sich die Druckerei Ringier auch für lithografische Arbeiten.
1833 Der Pfarrerssohn Johann Rudolf Ringier gründet in Zofingen eine Buchdruckerei. Er stellt amtliche Drucksachen, Lehrpläne, Reglemente usw. her, gibt das «Zofinger Wochenblatt» heraus und druckt als erstes grösseres Projekt die Roggwiler Chronik.
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